Der Dominoeffekt in der Eurozone – (k)ein Ende in Sicht
Anfang des Jahres hieß es, wir hätten das Tal der Krise hinter uns gelassen und es ginge nun wieder langsam bergauf. Die Wirtschaft erhole sich, die Binnennachfrage steige, Arbeitslosenzahlen hätten seit Jahren ein erstes Rekordtief. Es klingt zu schön um wahr zu sein.

Das Sprichwort lehrt, man erkenne einen Baum an seinen Früchten. Die Früchte der Finanzpolitik innerhalb Europas kommen spätestens seit der Griechenland Pleite zum Vorschein. Spanien, Portugal und nun ganz besonders Irland sind die nächsten Kandidaten auf der schwarzen Liste der zahlungsunfähigen Länder. Die heterogene Wirtschaftslandschaft in der EU wird anscheinend den Befürchtungen gerecht, die Umverteilung von den stärkeren auf die schwächeren Länder gehe Schritt für Schritt voran, bis alle auf dem gleichen niedrigen Niveau ankommen.
Allerdings sei die Irlandhilfe hauptsächlich dem Bankensektor geschuldet, denn das Land sei ansonsten gesund und könne seine Probleme lösen, sagt der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, im Interview mit Focus Online.
Auf 85 Milliarden Euro beläuft sich der aktuelle Betrag zur Rettung Irlands, schätzt der irische Finanzminister Brian Lenihan, genau Zahlen würden aber erst in einigen Wochen vorliegen.
Der IWF sowie die EU-Kommission beteiligen sich mit jeweils etwa 22 Milliarden an den Forderungen, hierbei sollte man allerdings bedenken, dass diese Institutionen auch nur über Steuergelder ihrer Mitgliedsländer verfügen, Deutschland also auch an diesen Summen nicht unwesentlich beteiligt ist. Das letzte Drittel der veranschlagten Summe wird vom Euro-Rettungsfonds übernommen.
Was bedeutet das für Deutschland? – Der Anteil Deutschlands beläuft sich auf etwa 6 Milliarden Euro Hilfsgelder, für die bei Zahlungsunfähigkeit Irlands gebürgt werden muss. Somit können die Banken stark risikobehaftete Kredite an Irland vergeben und Zinsen einnehmen. Im schlimmsten Fall, wenn Irland die Belastung nicht mehr tragen kann, zahlt die Bundesrepublik die Kredite ab. Die Aussage Schäubles, es fließe kein Geld von Deutschland trifft nicht zu, da es ja bekanntermaßen über die Kanäle des IWF und der EU-Kommission ebenfalls beteiligt ist.
Bevor aber gerettet wird, versucht die irische Regierung, mit Hilfe des sog. Sparpakets, soviel Steuern wie möglich im eigenen Land zu akquirieren: Mehrwertsteuer sowie die Studiengebühren werden steigen, außerdem sollen 25.000 Stellen im öffentlichen Dienst wegfallen. Die vorgenommene Reduzierung des Staatsdefizits von 32% auf 3% bis 2015 klingt utopisch und bedeutet für die Bürger sehr harte Einschnitte, was zehntausende Iren zu Protesten auf die Straßen rief.
Zusammenfassend bedeutet das, die offenen Kredite bei den Banken werden mit neuen Krediten von den Banken bezahlt. Da aber eigentlich kein Geld mehr zur Bedienung dieser Darlehen verfügbar ist, wird eine Sicherheit verlangt, in diesem Fall die Bürgschaft Deutschlands, sowie der weiteren Länder.
Der Dominoeffekt nimmt seinen Lauf, ein Zahlungsausfall ist vorprogrammiert und dieser wird von den Steuerzahlern kollektiv getragen.







